Mit Fitnesstracker die Krankenkassenprämien senken?

Wahrscheinlich haben Sie ohnehin einen Fitnesstracker in Ihrem Handy aktiviert, der tägliche Ihre Schritte zählt. Eventuell tragen Sie Ihre Kalorien ein, tracken Ihre Joggingkilometer oder die Achtsamkeitsübungen wie Meditations-Apps es anbieten. Nun reagieren auch Schweizer Krankenkassen auf die fortschreitende Digitalisierung und bieten Prämienvergünstigungen mithilfe von Fitnesstrackern an. Ist dies unlautere Überwachung oder ein gerechtfertigtes Mittel zur Feststellung der Fitness?

Rabatte gegen Daten: Alles über den Handel

Schweizer Krankenkassen haben die Chance erkannt: Der Fitnesstracker soll helfen, einen gesunden Lebensstil zu finden und zu halten. Körperliche Aktivitäten werden unterstützt und die Nutzerinnen motiviert, am Ball zu bleiben. Stecken Sie sich Ziele und halten Sie sie mithilfe von Fitness Apps ein. Studien haben belegt, dass dies wirkt. Abgesehen von der Wirkung, kann Ihnen das Nutzen von eben jenen auch niedrigere Krankenkassen-Prämien verschaffen. Im Krankenkassen-Vergleich siehe neotralo.ch können die Angebote eingesehen werden.

Welche Kassen bieten die Funktion an?

Haben Sie sich entschieden, die Funktion zu nutzen und Ihre Daten an eine Kasse zur Verbilligung der Prämien weiterzugeben, müssen Sie sich nur noch für eine Kasse entscheiden. Folgende Kassen bieten die Verwendung von Fitness-Apps an:

  1. CSS
  2. Helsana
  3. Swica
  4. Sanitas

Vergünstigungen bekommen sie bei den unterschiedlichen Kassen auch für unterschiedliche Aktionen: Von Stufen von gemachten Schritten am Tag bis hin zu dem Wert der verbrauchten Kalorien oder Einhaltung eines gesetzten Tagesziels basierend auf Ihrem Bewegungsverhalten, gibt es Möglichkeiten.

Über die maximale Entschädigung gibt lediglich die CSS Auskunft, die mit 146 Franken pro Jahr rangiert, auch die Swica entschädigt mit 5% rabatt für CompletaTop oder 15% im Hospita.

Eignung für die Zusatzversicherung im Fitnesstracking

Vor dem Abschluss einer Zusatzversicherung wird Ihre Eignung festgestellt. Eine Ablehnung kann sich sogar negativ auf Ihre zukünftigen Anträge auswirken. Deshalb gibt es auf Portalen wie Comparis eine Möglichkeit zu einem Schnelltest, um die Ablehnung im Vorhinein auszuschließen.

Welche Krankenkasse siegt in Punkto Datenschutz?

Bereits neun Prozent der Versicherten geben bereits ihre Daten ihren Versicherer weiter. Umfragen zufolge steht ein Drittel der Befragten der Nutzung der Gesundheitsdaten offen gegenüber, wobei vor allem die jüngeren Menschen unter 30 diese Angaben machten.

Unterm Strich lässt sich feststellen, dass die Kassen sich in Punkto Datenschutz nichts nehmen, allein die Anreize für diese Daten, bzw. die gebotenen Vergünstigungen der Krankenkassenprämien unterscheiden sich.

Die Anreize, die im Austausch für die Daten gefordert werden, sind relativ niedrig. 34% wären für eine Belohnung von 50 Franken bereit, ihre Daten preiszugeben. Doch die 50-65 Jährigen bleiben standhaft: Fast die Hälfte verweigert die Herausgabe dieser Daten für eine Vergünstigung.

Kritisiert werden könnte in dem Zusammenhang mit den immer weiter steigenden Prämien von Jahr zu Jahr auch, dass die Versicherten in der Schweiz irgendwann keine andere Wahl mehr haben könnten, als die Daten preiszugeben, um sich überhaupt den Versicherungsschutz leisten zu können. Viele haben allerdings ohnehin schon einen Fitnesstracker installiert, den sie regelmäßig nutzen, weshalb eine Herausgabe dieser Daten und der damit verbundene Gewinn eine naheliegende Konsequenz für viele ist.

Ob die Kassen diese Daten am Ende auch an Dritte weitergibt? Das verneinen die Anbieter durch die Bank, doch den Wechslern unter den Schweizern wird empfohlen, die Herausgabe ihrer Daten zu fordern, wenn sie wechseln werden.